Totenmond

Mit dem Begriff “Crustcore” kann ich nicht viel anfangen, so aber wird die Musik von Totenmond auf Wikipedia umschrieben. Irgendwann vor etlichen Jahren wurde mir das Album “Reich in Rost” zugeschickt. Ein Brett. Genial, hart, kompromisslos. Und irgendwann erhielt ich sogar vom deutschen Generalkonsulat einen Anruf, sie hätten eine Mail von der deutschen Botschaft in Washington erhalten, mit der Frage, was der Herr Peltner da in seiner Sendung Radio Goethe spiele. “Panzerdampf” war in der Live-Sendung auf KUSF durch den Donnerstagabendhimmel gepresst worden. Der Titel fiel auf, man dachte, da würde eine Rechtsaußenhymne über San Francisco geschleudert.

“Panzerdampf” war für mich der Anfang mit Totenmond. Und nun Jahre später liegt die jüngste Platte des Trios aus dem baden-württembergischen Backnang vor mir. “Der letzte Mond vor dem Beil” ist ein Titel über den die Band wahrscheinlich lange nachgedacht hat. Die Songs sind eine brutale Soundwelle, die einem da um die Ohren gehauen wird. Die Lyrics sind nicht so ganz klar verständlich, aber man kann das, was Pazzer da rausschreit im Booklet nachlesen. Totenmond bestechen erneut mit treibendem Bass, Gitarre, Schlagzeug. Dazu diese Klangflächen, die ihren Sound ausmachen. Langsam, bedrohlich, sich steigernd. Und irgendwann beginnt dann die akustische Apokalypse, kein Weg zurück, es ist der Soundtrack zum Tag X. Totenmond haben in all den Jahren keinen Gang zurück geschaltet. Zum Glück nicht. Wer eine Dröhnung braucht, sich beim Pumpen oder Freistiltanz abreagieren möchte, der liegt mit diesem Album absolut richtig. Gnadenlos genial. 

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