Deaf Center
Vor ein paar Jahren, ich denke, es waren diese ver-rückten Covid-Zeiten, stieß ich auf die Musik von Erik K. Skodvin, einem Norweger, der in Berlin lebt. Es waren Klangflächen, die Stimmungen erzeugten, die einen irgendwie ergriffen, abholten, mitnahmen auf eine ganz persönliche, intime Klangreise. Das sprach mich an, gerade in jenen Tagen. Eine besondere Auszeit. Es war auch die Zeit, in der ich mich selbst immer mehr in meiner Klangwerk Sendung wiederfand. Skodvin eröffnete mir durch seine Musik unter seinem Namen, unter dem Pseudonym Svarte Greiner und schließlich durch Deaf Center, sein gemeinsames Projekt mit Otto A Totland, ganz neue musikalische Welten. Sein eigenes Label Miasmah Records/Sonic Pieces ergänzte all das nur noch mehr.
Gerade sitze ich an meinem Schreibtisch in Oakland, über den East Bay Hills geht die Sonne auf und das vierte Studio Album von Deaf Center erfüllt den Raum. „Through Time“ ist eine wunderbare, fantastische, tiefe, komplexe, vielschichtige, zärtliche, entschleunigende und ergreifende Platte. Eine wahre „Journey“, bei der man die Augen schließen, tief ein- und ausatmen, den Bildern folgen will, die beim Hören vor dem inneren Auge entstehen. Erik K. Skodvin und Otto A. Totland haben hier ein Zusammenspiel aus Klavier und atmosphärischen Flächen geschaffen, das berührt. So tief berührt. Es ist wie ein Loslassen, wie ein Schweben auf diesem Klangteppich. Für mich ist „Through Time“ schon jetzt eines der Höhepunkte in diesem Musikjahr, ein Album, das mich sehr lange begleiten wird, das ich immer wieder nur zu gerne auflegen werde, um einzutauchen. Ja, um in diesen hektischen, brutalen und auch schmerzlichen Zeiten abzutauchen.